Ich weiß noch ganz genau, wie ich damals als Stift diese rießengroße Zuckertüte vor mir herschob, im blauen Polunder und einem sauber gebügeltem Hemd darunter mit Kragenecken, so groß, dass sie mir fast auf den sauber polierten Schuspitzen aufsetzten. 1981 im September war das. Ja, ja. Es war meine Schuleinführung.
Fast 30 Jahre später stehe ich nun vor der Aufgabe, den richtigen Schulranzen, die richtige Schulausrüstung, die richtige Schultüte, die richtige Sporttasche, die richtigen Geschenke zur Schuleinführung… ja sogar die richtige Schule für mein Kind kristisch zu beäugen, abzuwägen, zu entscheiden, auszuwählen! Ein neuer Lebensabschnitt meines Kindes, nein, der ganzen Familie beginnt! Und wer ist aufgeregter? Ist es mein kleiner Schulanfänger zu seiner Schuleinführung oder bin ich es? Eigentlich hat meine Tochter nur noch Augen für ihren Pferde Ranzen. Ob sie erahnen kann, was sie außerdem noch alles in der Schule erwartet? Mein Ziel als Papa habe ich fest vor Augen: Sie soll vor allem Spaß am Lernen haben, Wissen nach Herzenslust aufsaugen wollen, soll auch mir (nun doch als Aussenstehendem?) weiter Löcher in den Bauch fragen, soll lernen, lernen und nochmals lernen… Nicht dafür, dass sie später einmal ein besseres Leben hat, als wir es heute haben. Nein, dafür, dass sie voll gesundem Selbstvertrauen ihren eigenen Weg im Leben finden und gehen kann. Naja, Schuleinführung eben fast 30 Jahre später…